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ARBEITSGRUPPE SCHLOSSBERG HAINBURG Verein zur Erhaltung der Hainburger Baudenkmäler
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VISIONEN
Der Schlossberg steht heute bereits im Zentrum Hainburgs, er sollte auch Zentrum einer umfassenden Revitalisierung und „Vermarktung“ der „Mittelalterstadt Hainburg“ werden, denn immer noch wird dieses enorme Potential für die Stadt nicht genutzt. Auf unsere 30 jährige Tätigkeit zurückblickend können wir mit ruhigem Gewissen sagen: „Wir haben einen Anfang gemacht – aber, es ist noch sehr viel zu tun!“ Unsere Schwerpunkte sehen wir ° Ausstattung der Burg mit einer modernen Infrastruktur (Raum für Veranstaltungen, Sanitäranlagen, Parkplätze, Zufahrt – Zugang, u. a.) ° Sicherung und Sanierung der Ruine Röthelstein, historische und archäologische Erforschung der Burg und der Siedlung (mit der Sicherung wurde bereits 2005 begonnen siehe Fotos) ° Planungsarbeiten zur Sanierung des Ungar- und des Fischertores |


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Ein Anfang auf der Ruine Röthelstein ist gemacht ! |
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Projekt Röthelstein Es wird ernst für die Röthelstein – am vergangenen Mittwoch fand an Ort und Stelle eine Begehung statt, bei der von den Vertretern der Arbeitsgruppe Schlossberg (Burgvogt Simoncsics, Baumeister Haderer und Fritz Karches), Stadtamtsdirektor Erich Rieder, dem Landeskonservator für NÖ, Dipl. Ing. Franz Beicht, dem Archäologen Mag. Martin Krenn und dem Restaurator der Kartause Mauerbach, Michael Podbelsek, die ersten Schritte der Sanierungsmaßnahmen festgelegt wurden. Schon in dieser Woche werden die Sicherungsarbeiten an der Einsturz gefährdeten gotischen Mantelmauer beginnen. „Die Situation ist natürlich ganz anders wie vor 30 Jahren auf dem Schlossberg“, meint Burgvogt Simoncsics. Vordringlichstes Ziel des von der Arbeitsgruppe Schlossberg ausgearbeiteten Projektes ist es, das noch erhaltene Mauerwerk zu sichern und eine die Arbeiten begleitenden archäologische Betreuung zu gewährleisten. Darüber hinaus soll durch eine bauhistorische und archäologische Erforschung die Geschichte der Burganlage aufgearbeitet werden, sicher ein sehr wertvoller Beitrag zur Geschichte Hainburgs. Schon eine erste bauhistorische Erforschung der Burg durch den von Arbeitsgruppe Schlossberg beauftragten Bauhistoriker Ronald Woldron (der auch an der Erforschung des Wienertores arbeitet) hat sehr interessante Ergebnisse über die Datierung und die Bauphasen der Burg gebracht und wird die Grundlage für die nun beginnenden Sicherungsarbeiten sein. Der Landeskonservator für NÖ, Dipl. Ing. Franz Beicht wird seitens des Bundesdenkmalamtes das Projekt betreuen und hat fachliche und auch finanzielle Unterstützung zugesagt. Ein wesentlicher Aspekt für dieses Projekt ist, dass sich die Röthelstein zu einem beliebten Ausflugs- und Wanderziel für die Hainburger und viele Besucher der Stadt entwickelt hat, dem im Rahmen des Nationalparks immer mehr Bedeutung zukommt. Deshalb hat die Arbeitsgruppe ja bereits im vergangenem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark und der Stadtgemeinde die Stiege zur Aussichtplattform angelegt. Nationalparkdirektor Manzano sieht das Projekt sehr positiv und kann sich eine weitere Zusammenarbeit gut vorstellen, ebenso Bürgermeister Karl Kindl, der die Unterstützung seitens der Stadtgemeinde zusicherte. |



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Hainburg.- Arbeitsgruppe Schlossberg: Röthelstein - 1. Sanierungsabschnitt fertig Die Arbeiten an der Röthelstein sind in der ersten Sanierungsphase abgeschlossen. Die Außenseite der hoch aufragenden gotischen Mantelmauer aus dem 14. Jhdt. ist bis zum Burgfelsen bereits saniert und die Schauflächen in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und dem Restaurator der Kartause Mauerbach Podbelsek verfugt. Dabei wurde ein neues Verfahren für die Mörtelaufbereitung und die Verfugung angewendet. Nachdem Teile des Felsens und des Mauerwerks von Gebüsch und Unkraut befreit wurden, sind auch für die zahlreichen Wanderer die interessanten Strukturen des mittelalterlichen Mauerwerks der Burg, deren Errichtung vom Bauhistoriker Ronald Woldron in die Zeit um 1150 – 1170 angesetzt wird, erkennbar. Damals wurden zahlreiche Quader aus Carnuntum verwendet, die im 16. Jhdt. teilweise wieder abgetragen und verkauft wurden. Die große Herausforderung der kommenden Jahre wird es sein, das vorhandene Mauerwerk in seinem Bestand zu sichern und die Burg und ihre interessante Geschichte zu erforschen. Dazu wird die Arbeitsgruppe Schlossberg in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt nun eine Lösung für die Sanierung ausarbeiten. Dass die Burg heute bereits von der Bevölkerung akzeptiert und angenommen wird, beweisen die vielen Wanderer und Besucher. Am 5.7.06 wurden die geleisteten Arbeiten und die weiteren Schritte von der Arbeitsgruppe Schlossberg mit Dipl. Ing. Franz Beicht vom BDA, Mag. Martin Grüneis von der Kulturabteilung des Landes NÖ sowie StADir. Erich Rieder besprochen. Von den Arbeiten beeindruckt gab es von Seiten des Landes und des Bundesdenkmalamtes grünes Licht für die Fortsetzung des Projektes.
Foto: An Ort und Stelle wurden die Sanierungsarbeiten an den mächtigen Mauern der Röthelstein von Mag. Martin Grüneis, Dipl.Ing. Franz Beicht, Baumeister Arnulf Haderer, Burgvogt Simoncsics, StadtADir. Erich Rieder und Dr. Bernhard Puhl begutachtet. |
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Burg Röthelstein
Zwischen 1156-1185 scheint in mehreren Urkunden ein „dominus Irnfriedus de Roetilnstein“, bzw. „Irnfridus de Rötelensteine“ auf. Er gehört in den Verwandtschaftsverband der Sonnberger (sein Bruder ist Liutwin von Sonnberg), die als Gefolgsleute (Ministeriale) der Vohburger schon um 1060 in die Ostmark kamen und Ende des 12. Jhdts. unter den bedeutenden babenbergischen Ministerialen im östlichen NÖ aufscheinen.Dieser Irnfried wird als der Erbauer der Burg angesehen, deren bauzeitlicher Rahmen von 1150 – 1220 anzunehmen ist. Er nennt sich nach seinem unabhängigen Herrensitz ab1170 Irnfridus de Rötelstein. 1200 Heinrich von Röthelstein 1248 Luitwin de Rotenstein 1270 „Ulricus dictus Stuhs de Rotenstein“ 1281 im Landfrieden König Rudolfs I. hat Otto von Haslau-Röthelstein (Sohn des Landrichters Otto II. von Haslau) ein Aufgebot von 40 Rittern zu stellen. 1306 Gertraud, die Witwe Ottos III. von Haslau-Röthelstein, ehelicht Wolfger von Dachsberg und bringt ihm die Rötelstein zu. 1318 Ulrich von Dachsberg verkauft die Burg Röthelstein an den Landesfürsten. 1373 Heinrich von Enzersdorf erhält durch seine Gattin Anna Streifing von Röthelstein die Burg, die landesfürstliches Lehen ist. 1411 erhält Wilhelm v. Enzersdorf die Feste Röthelstein und das Dorf darunter, sowie den Götzenhof in der Stadt Hainburg von Herzog Albrecht V. zu Lehen.
1451 Friedrich III. verleiht der Stadt Hainburg Grundbuch und Grundsiegel und überlässt ihr auf unbestimmte Zeit die zur Herrschaft Röthelstein gehörigen Güter und Gülten. 1458 Erzherzog Albrecht VI. zerstört die Sperren des Bandenführers Ludwenko bei der Röthelstein und bei Hof an der March. Über 500 Banditen werden gefangen und zwischen dem 2. und 8. April in Wien hingerichtet. 10. Mai 1459 verweilt Kaiser Friedrich III. zu Röthelstein. 1464 kommt die Burg von Ulrich von Rechlinger an Wilhelm von Missingdorf. 1466 Auseinandersetzungen mit König Matthias v. Ungarn, Einnahme der Veste Röthelstein durch Gegner Missingdorfs. 1479 erwerben die Grafen von Pösing und St. Georgen die Feste und das Dorf von Erhard Falkensteiner von Mannersdorf 1511 erhält die Stadt Hainburg durch den Grafen Peter von St. Georgen und Pösing, die Veste Röthelstein mit Ausnahme der dazugehörigen Vischwaidt samt Urfahr. Die Burg wird damals bereits als „ein zerprochen Slos“ bezeichnet. 1693 die Quadersteine von Röthelstein werden dem Pressburger Baumeister Roßbeitnern, die Klafter um 18 kr, verkauft. 1694 Der ungarische Dreissigst-Oberinspector Elias Keseler protestiert erfolglos gegen den Abbruch des Schlosses Röthelstein.
2001 Die Arbeitsgruppe Schlossberg stellt ein Projekt zur Sicherung und Erhaltung der Röthelstein vor. 2005 In Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Hainburg und dem Nationalpark Donau-Auen wird die Stiege zur Burg von der Arbeitsgruppe Schlossberg neu angelegt. Eine Grabung des Bundesdenkmalamtes in der Nordecke der inneren Burg legt einen Estrich aus dem 13. Jhdt. frei. 2006 Bauhistorische Erforschung der Burg durch Mag. Ronald Woldron im Auftrag der Arbeitsgruppe Schlossberg und Erstellung eines Baualtersplanes. Sanierung der einsturzgefährdeten gotischen Mantelmauer (aus dem 14. Jhdt.) im südlichen Burgbereich. Freilegung des Burgfelsens und der Sichtflächen der romanischen Ringmauer (12. Jhdt.). Friedrich Karches, Hainburg, 2007
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